| Strand in Boca Chica, Dominikanische Republik |
| Vorne unser Schiff, die Zenith, und hinten ein viel größeres Kreuzfahrtschiff |
| Gemüseverkäuferin in Basseterre auf St. Kitts in der Karibik |
| Der Poolbereich des Schiffes mit Animationsbühne (rechts). |
| Blick von der Seite des Schiffes |
| Frühstück an Deck |
Hallo ihr Lieben,
wir sind wieder in
Europa – in Lissabon.
Zunächst erst mal
die Auflösung der Quizfragen aus dem letzten Post:
1. Oh, wie schön
ist Panama;
2. Falco.
Wir haben uns über
eure rege Beteiligung gefreut!
Wir verbrachten also
drei Nächte in Boca Chica in der Dom. Rep., von wo unser Schiff
abfuhr. Der Strand in Boca Chica war sehr bevölkert, v.a. auch mit
Einheimischen, und das Wasser sehr flach, dennoch entspannten wir uns
dort ein bisschen. Dann ging es per Bus nach Santo Domingo (die
Hauptstadt) und mit einem sehr alten, klapprigen Taxi zum
Schiffsanleger. Dort mussten wir feststellen, dass der Glaube „es
würden wenige Passagiere bei der Überfahrt auf dem Schiff sein“
wohl doch nicht stimmte. Nochmal ganz von vorne. Wie kamen wir
eigentlich dazu, so ein Schiff zu nehmen? Ein deutsches Pärchen, das
vor ein paar Jahren die Welt umrundete ohne dabei einen einzigen Flug
zu nutzen, hatte damals den Atlantik mit ebensolch einem
Kreuzfahrtschiff überquert und in seinem Film zur Reise erzählt,
dass diese Überfahrt keine normale Kreuzfahrt sei und viel weniger
Passagiere als Personal an Bord gewesen seien. Klingt gut, dachten
wir und als wir diese Überfahrt fanden, schlug Andy sofort zu. Nun
waren aber sehr viele Leute in der Schlange zum Check-in und wir
stellten gleich fest, dass – wie wir es auch nicht anders erwartet
hatten – wir überhaupt nicht zu dem Standardklientel von
Kreuzfahrten passen.
Dieses Schiff ist
ein schwimmendes Luxus-Hotel, mit All-inklusive Essen und Getränken,
täglicher Zimmerreinigung, Animation und Programm am Pool, mit
Casino, Duty-free-Shop, Spa etc etc. Nach einer kurzen Frustphase
meinerseits, beschloss ich das Ganze als interessante Erfahrung zu
nutzen. Wir (v.a. ich) fragten also die Kellner und
Zimmerreinigungspersonen nach ihrer Herkunft aus und auch nach dem
Leben und der Arbeit auf so einem Schiff. Dabei erfuhren wir viele
spannende Dinge und trafen Menschen aus sämtlichen
lateinamerikanischen Ländern, aus Indien, Tunesien, Marokko,
Mauritius etc.
Unser Schiff hatte
bei dieser Überfahrt etwa 1000 Passagiere an Bord und 550 Menschen
im Personal. Früher sollen bei solchen Atlantiküberquerungen
(welche das Schiff ja nur zwei Mal im Jahr macht) nur etwa 95
Passagiere an Bord gewesen sein, das hatte sich nun geändert. Das
Schiff wurde 1992 in Papenburg in Deutschland gebaut und hat eine
Kapazität von bis zu 1800 Passagieren. Das ist aber viel, denkt ihr?
Nix da, wir sahen einige viel größere Kreuzfahrtschiffe. Und uns
wurde erzählt, dass es auch Schiffe mit 5000 Passagieren gibt, wo
dann etwa 2000 Menschen im Personal arbeiten. Kaum zu glauben.
Von Santo Domingo
aus waren wir erst mal einen Tag auf See und erreichten dann
Basseterre, die Hauptstadt von St. Kitts und Nevis und am nächsten
Tag ging es nach St. Johns, der Hauptstadt von Antigua und Barbuda.
Auch Andy und ich nutzten diese Stopps jeweils, um das Schiff zu
verlassen. Man hatte dort jeweils ca. neun Stunden Zeit für
Aktivitäten und während die anderen Passagiere v.a. organisierte
Ausflüge machten oder durch die Kreuzfahrt-Touri-Straßen (mit
sämtlichen Konsummöglichkeiten) schlenderten und konsumierten,
spazierten wir durch die Stadt und ließen uns etwas abseits driften
um weg von den anderen Passagieren zu kommen. In Antigua fanden wir
sogar einen zu dieser Zeit verlassenen Strand mit Blick auf den Hafen
und unser Schiff und genossen dort die Sonne und die relative Ruhe.
Danach folgten sechs
Tage und sieben Nächte auf See. In dieser Zeit überquerten wir den
Atlantik (zum größten Teil) und hatten etwa eine Geschwindigkeit
von 30 Km/h. Sechs Tage ohne Land in Sicht, sechs Tage mit ca. 1000
anderen Passagieren an Bord, sechs Tage schaukeln (wobei es sich
wirklich in Grenzen hielt und das Essen im Magen blieb). Da wir mit
den anderen Passagieren wenig anfangen konnten – sowohl unsere
Konsumfreudigkeit, als auch unser Alter und Körperumfang lagen weit
unter dem der Durchschnittskreuzfahrer – suchten wir Orte auf dem
Schiff, an denen wir etwas Ruhe hatten. Bald hatten wir das
Durchschnittsverhalten grob analysiert und wussten: Das Fitnessstudio
leerte sich ab dem frühen Abend, auch die Frauensauna hatte ich
abends immer komplett für mich alleine und es gab ein paar weitere
ruhige Ecken, sogar mit Meeresbrise um die Ohren.
Ansonsten genossen
wir es, mal zwei Wochen nicht kochen zu müssen, Sport machen zu
können und das Meer beobachten zu können. Manchmal war es
schaukeliger als an anderen Tagen. Manchmal glich die
Wasseroberfläche einem Seidentuch. Eigentlich wurden wir sehr
geschont, denn mitten auf dem Atlantik schaukelte es kaum im
Vergleich zum Schaukeln zwischen den Azoren und Lissabon. Auch war es
in der Karibik noch tropisch warm und wurde von Tag zu Tag, den wir
uns gen Norden bewegten, kühler, bis es schließlich recht kalt und
windig war. Manchmal konnte man in der Ferne ein anderes Schiff sehen
und einmal sahen wir sogar einen Wal, beziehungsweise nur ein kleines
Stück Rücken und v.a. die Fontäne, die er sprühte. Außerdem
mussten wir sechs mal nachts die Uhr eine Stunde vorstellen. Das war
zwar wesentlich schonender als ein Flug mit anschließendem Jetleg,
bewirkte aber trotzdem, dass wir morgens jeden Tag müder waren.
Dann kam endlich
wieder Land in Sicht und wir waren einen Tag in Ponta Delgada, der
Hauptstadt der Azoren, eine Inselgruppe im Atlantik, die zu Portugal
gehört. Das Klima war frühlingshaft-warm und wir schnupperten
endlich wieder europäische Luft und erkundeten ein bisschen die
Stadt. Nach weiteren 48 Stunden auf See, legten wir dann gestern
Abend in Lissabon an und übernachteten noch eine Nacht auf dem
Schiff.
Fazit der
Kreuzfahrtschiffsreise: Es war eine interessante Erfahrung in
vielerlei Hinsichten, aber wir haben nicht vor, (nochmal) eine
Kreuzfahrt zu machen, schon gar nicht der Kreuzfahrt selbst wegen.
Andys Quiz:
1. So mancher
Rentner wollte sich an seinem Lebensabend noch einmal jung fühlen.
So landete des öfteren das letzte Abendmahl nach 5 Flaschen Sekt im
Pissoir.
Was war das
ekelhafteste, was die Reinigungskräfte auf dem Schiff säubern
mussten?
A Dreck im Bett
B Blut im Schuh
C Stuhl im Gang
B Blut im Schuh
C Stuhl im Gang
2. Was ist der
letzte Schrei am Pool des Schiffes?
A Hennah Tattoos
B Thrombosestrümpfe
C Sekt aus dem Schnabelbecher
B Thrombosestrümpfe
C Sekt aus dem Schnabelbecher
Hier in Lissabon
werden wir bei einem Couchsurfer übernachten, einige
organisatorische Dinge regeln, v.a. aber am Montag bei der
Visumsstelle für Russland vorstellig werden und unser Visum
beantragen. Danach geht es dann zu einer Familie in die Algarve
(Südportugal), wo wir zwei Wochen arbeiten werden. Davon berichten
wir dann nächstes Mal.
Bis dahin, viele
Grüße
Andy und Fanny
Benvenuti/benvenidos/bienvenue/willkommen/welcome im guten alten Europa!
AntwortenLöschenBei mir gibts dann Brezeln, frisch importiert aus Schwaben ;-)
tia S.
Quiz-Antworten: 2 mal C. Echt lecker...
AntwortenLöschenPetra