| Wandern in der Nähe von Boquete |
| Selfie in den Bergen |
in Panama kamen wir zuerst in der heißen Stadt David an. Dort übernachteten wir in einem von einer französischsprachigen Kanadierin geführten Hostel, was einem Wertstoffhof sehr ähnlich war.
Von David fuhren wir am nächsten Tag nach Boquete, in die Berge, wo es gleich kühler und wesentlich angenehmer war. Dort wohnten wir drei Nächte im Zelt, im Garten eines Hostels, wo es freilaufende Hühner und sämtliche Obstbäume (Limetten, Papaya, Banane, Cherimoya) gab. Die Gäste durften dort Obst und Eier essen, wenn vorhanden.
Dort machten wir eine schöne Wanderung auf dem Quetzal-Wanderweg (Quetzale sahen wir leider keine) und genossen die Ruhe und die kühlen Temperaturen in den Bergen. Ich nutzte die Zeit außerdem zum joggen und stellte fest, dass hier fast nur SUVs und oft sogar mit komplett schwarz getönten Scheiben rumfuhren. Uns wurde dann erzählt, dass seit vor Jahren mal ein Artikel über Boquete in einer amerikanischen Zeitschrift veröffentlicht wurde, sich dort immer mehr Amis ansiedeln, den Einheimischen ihr Land abkaufen und die Preise für Lebensmittel dort so teuer geworden sind, dass sich viele Einheimische das Leben in der Stadt dort gar nicht mehr leisten können. Auch wir merkten das: Wo sonst in Lateinamerika findet man eine Bäckerei, die Brot mit Leinsamen, Zwiebel und Karotte backt und dieses für 6 Dollar verkauft? Die Anpassung an die Vorlieben der neuen Einwohner war nicht zu übersehen.
Dann wollten wir eigentlich noch über Couchsurfing bei einer Frau übernachten, bevor es nach Panama-City gehen sollte, aber sie meldete sich einfach nicht mehr. Also fuhren wir wieder nach David und nahmen den Bus direkt nach Panama-City. Früh morgens stiegen wir in den Bus und waren vorerst noch völlig vergnügt. „Die letzte lange Busfahrt hier in Lateinamerika“ hatte Andy gesagt und tatsächlich, der Bus fuhr echt angenehm. Irgendwann nach maximal 30 Minuten Fahrt, bekamen wir durch Geräusche der Leute hinter uns mit, dass etwas passiert war und nahmen wenig später auch den Geruch wahr. Irgendetwas floss am Boden entlang nach vorne und Sekunden später verstand ich, dass nun ja auch unsere auf dem Boden stehenden Taschen nass werden müssten und hob sie sofort hoch. Dann ging alles ganz schnell: Es fing an, fürchterlich nach Chlor zu stinken und unsere Taschen waren nass, ich hielt sie hoch, konnte sie ja nicht wieder auf den nassen Boden stellen und wollte versuchen eine der beiden trocken zu bekommen und merkte dann auch, dass sie an einigen Stellen völlig weiß war.
Während der Busfahrer den Bus wischte und versuchte zu säubern, ging es für mich darum, unsere Sachen in den Taschen zu retten, bevor sich das Chlor zu ihnen durchsaugte. Unsere Essenstasche gab ich Andy, der die Lebensmittel rettete, dabei tropfte allerdings auch Chlor auf seine Hose und hinterließ, weiß-rosaliche Flecken. Gut, dass er an dem Tag eine Hose anhatte, die eh schon Flecken hatte. Die restlichen 6 Stunden Busfahrt waren schrecklich: Die erste Stunde roch es noch total nach Chlor und bis dieser ganz weg war, dauerte es noch länger. Was war eigentlich passiert? Offenbar hatte die Person, die morgens den Bus geputzt hatte, einen ca. 4-Liter-Behälter mit Chlor auf einem der Sitze stehen gelassen und vergessen, diesen zuzuschrauben. Nach kurzer Zeit der Fahrt, war dieser natürlich der Schwerkraft erlegen und umgekippt.
Da wir eine Entschädigung für die entfärbten Taschen und den beißenden Chlorgeruch haben wollten, verweigerten wir die 30 Dollar für die Bustickets zu bezahlen. Eigentlich wollten wir auch noch mehr Geld haben, aber der Busfahrer weigerte sich und zeigte uns ein Foto von einem Schild, dass man keine Taschen auf den Boden stellen dürfe. Ok, das Schild, was irgendwo am Start-Busbahnhof gehangen hatte, hatten wir natürlich nicht gelesen. Außerdem, selbst, wenn es so war, es ist doch nicht normal mit solch penetrantem Chlor belästigt zu werden. Ich war stinksauer und wir gingen im Busbahnhof in Panama-City erstmal zum Info-Point, wo ich die Sache schilderte. Die Frau rief daraufhin die Polizei des Busbahnhofs und diese machten sich mit uns auf die Suche nach dem Bus und dem Busfahrer. Dieser allerdings zeigte ihnen ebenfalls das Foto von dem Verbotsschild und redete sich aus der Sache raus. Uns wurde dann gesagt: „Ihr habt jetzt 30 Dollar bekommen, weil ihr die Tickets nicht bezahlt habt. Gebt euch damit zufrieden oder ihr müsst klagen, aber das würde noch viel mehr Geld kosten.“ Wir fuhren also zum Hostel und ich wusch die mit Chlor getränkten Taschen und die Hose und wir atmeten tief durch – endlich chlorfrei. Und wer hatte uns am nächsten Tag geschrieben: die Couchsurferin. Sie habe auf uns gewartet, aber wir wären nicht gekommen. Hmm, schwierig, wenn sie uns nicht mal die Adresse gibt.
| So sehen unsere Taschen nun aus. |
Dort im Wald konnten wir außerdem kleine Äffchen, Tukane und Waschbären beobachten, sowie Fische und Schildkröten in einem See:
Zudem besuchten wir eine Schleuse des Panama-Kanals. Dort befindet sich ein Besucherzentrum (für 15 Dollar Eintritt) mit Museum und einem kleinen Film zum Kanal. Vom obersten Geschoss konnte man die Schiffe in der Schleuse beobachten:
| die Zuschauer_innen |
Am nächsten Tag kraxelten wir dann auf den unweit unseres Hostels liegenden höchsten Punkt der Stadt und genossen auch von dort den Ausblick auf die verschiedenen Teile der Stadt.
| Der Blick auf die Altstadt (mittig) und ein recht ärmliches Viertel (unten rechts) vom höchsten Punkt der Stadt. |
In unserem Hostel in Panama-City trafen wir viele interessante Leute: einen Mexikaner, der mit dem Motorrad in nur einer Woche von Zentralmexiko nach Panama-City gefahren war; eine Schwedin, mit der ich endlich mal wieder ein bisschen Schwedisch sprechen konnte; eine Frau aus El Salvador, die im Hostel arbeitet und dort mit ihrem 1,5-jährigen Sohn wohnt und einen Argentinier, der ebenfalls dort arbeitet und auf Bestellung leckere vegetarisch-vegane Burger und Pizza macht. Von ihm bekam ich dann sogar ein paar tolle Rezepte.
Gestern flogen wir dann in die Dominikanische Republik, von wo wir übermorgen das Schiff nehmen. Da das Internet dort teuer ist, haben wir beschlossen, einfach zwei Wochen Internet zu fasten und melden uns dann Ende April aus Lissabon wieder.
Zum Abschluss, zwei Quizfragen von Andy:
1. Wie heißen geschätzte 90 % der Reiseblogeinträge zu Panama?
2. Welcher bekannte, deutschsprachige Popsänger kam in der Dominikanischen Republik ums Leben?
Antworten bitte in die Kommentare! :)
Macht‘s gut solange!
Warme Grüße
Fanny und Andy
Ich versuch mich mal mit Antworten:
AntwortenLöschen1. Oh wie schön ist Panama!
2. Falco (war aber Österreicher)
Wer bietet mehr?!
Petra
1. Pana mana (ba di bi di bi)
AntwortenLöschen2. da muss ich passen
Wikko
Zu1.?????
AntwortenLöschenZu 2. Falco im Februar (1998?)
Hier der link zum Kreuzfahrtschiff live: https://www.marinetraffic.com/en/ais/home/shipid:302027/zoom:10
AntwortenLöschenlG
tia S.
1.Panama-das Land des Panama´s
AntwortenLöschen2.Falco
Sonnige Grüße von Ronny aus Dresden