Hallo ihr Lieben,
heute erzähle ich euch erstmal ein bisschen zu unserem Alltag beim Reisen. Denn reisen bedeutet zwar, dass jeder Tag anders ist und man ständig neue Dinge erlebt, aber ein paar Sachen sind dennoch Alltag.
Wäsche waschen: Andy bedient unsere portable Mini-"Waschmaschine" (wie diese funktioniert siehe Packe packe Rucksack). Waschmaschinen haben lange nicht alle Unterkünfte, meist kostet der Waschservice und oft wird eh per Hand gewaschen - das können wir dank dieser Erfindung selbst.
Dieses Foto stammt noch aus Kuba. Ich flicke nähend meine Hose und Andy hat im Hintergrund Wäsche aufgehängt. Eine Wäscheleine haben wir dabei, wann immer es keine in der Unterkunft gibt, wird sie aufgehängt. Ich habe ein kleines Nähset von meiner Mutter bekommen und damit wurden schon einige Kleidungsstücke und auch ein Loch in Andys Schlafsack geflickt.
Verpflegung: In Mexiko war es noch echt günstig, auf der Straße zu essen, aber seit wir uns an touristischeren Orten aufhalten, kochen wir oft selbst, da dies Kosten für sonst recht teure Restaurants spart. Hier bekommt man natürlich immer gut und günstig frisches Obst und Gemüse, außerdem gibt es bei uns oft Nudeln mit Tomatensoße, Brot mit Bohnenpaste bestrichen, Gemüse mit Reis und zum Frühstück meist Haferbrei mit Erdnussbutter und Banane.
Wenn es geht, suchen wir uns Unterkünfte mit Küche. Von diesem Modell Küche bis super neu und gut ausgestattet gab es schon alles. Wenn es so aussieht, wie auf dem Foto - diese Küche hatte lediglich ein paar verbeulte Töpfe ohne Deckel und ein bisschen Besteck - gilt es zu improvisieren: Ein zweiter Topf als Deckel für den ersten Topf. Hier haben wir Nudeln, Reis und Haferbrei gekocht. Geht schon irgendwie. Nur der Ofen ist wohl nicht mehr benutzbar. :)
Ja und wenn die Küche so spärlich ausgestattet ist, dann isst man seine Spaghetti halt aus der Brotdose, hier im Innenhof des Hostels.
Transport: Der Transport hier variiert sehr. In Mexiko und Costa Rica haben wir uns bisher mit öffentlichen Bussen bewegt, in Guatemala nur mit Shuttle - für Touristen organisierte Kleinbusse wie auf dem Foto. Zu sehen ist auch unser Fahrer und oben unter der grünen Plane befinden sich die Rucksäcke.
Und nun noch zu unseren weiteren Erlebnissen in Guatemala:
Unsere nächste Station war ein kleiner Ort namens Lanquin, von wo aus wir diese Sehenswürdigkeit, genannt Semuc Champey, besuchten - ein Fluss mit klarblauen Becken, in denen man baden kann. Weil wir keine Tour als Paket buchen wollten, fuhren wir von Lanquin mit einem Sammeltaxi dorthin. Das bedeutete, eine gute halbe Stunde auf der Ladefläche eines Transporters zu stehen oder wahlweise zu sitzen. Aber keine Angst, aufgrund der nicht asphaltierten Straße, fuhr das Sammeltaxi sehr langsam und wir fühlen uns sicher dort.
Nach einem anstrengenden Aufstieg zum Aussichtspunkt, von dem das erstere Foto gemacht wurde, gab es als Belohnung ein erfrischendes Bad im klaren Wasser.
Als nächstes ging es an den Atitlansee, wo wir diese Unterkunft bezogen und hier ein paar Tage entspannten. Das war auch dringend nötig, denn die Fahrt dorthin dauerte 10 Stunden und war von Kurven und viel Gewackel durch die schlechten Straßenverhältnisse sowie Hitze und Übelkeit geprägt. Wir waren heilfroh als sie vorbei war.
Am Atitlansee landeten wir in dem Hippie- und Yoga-Dorf San Marcos, wo alles recht teuer war, eine Menge bunt angezogener Hippies rumlief und sich Health-Shop an Health-Shop reihte. Das war ein bisschen unser Ding, aber auch nicht ganz. Wir brauchen keinen Haufen Geld für irgendwelche importierten Gesundheits-/Yogaprodukte auszugeben. Allerdings fanden wir eine alte Frau, die sehr leckere Reis-Tamales (in Bananenblätter eingewickelter Reisteig mit Gemüse und scharfer Soße) auf der Straße verkaufte und an einem Tag liefen wir in das benachbarte Dorf Tzununa.
Außerdem fuhren wir nach San Pedro um dort auf dem Markt günstig(er als in San Marcos) einzukaufen. Dorthin gelangt man, wie üblich am Atitlansee, am besten mit den Fähren - kleinen Booten, die die Menschen hier von Ort zu Ort fahren. Viele Dörfer/Städte rund um den See sind gar nicht mit Wegen verbunden. Auf diesem Bild kann man gut sehen, was in Guatemala üblich ist: Schätzungsweise 80% der Frauen tragen traditionelle Kleidung mit landestypischen Mustern. Das nannte mir ein Mexikaner, den ich hier traf, als Hauptunterschied, den er zu Mexiko sehe.
Guatemala ist allerdings auch sonst etwas weniger entwickelt als Mexiko. Es gibt nicht viele gute/asphaltierte Straßen, wir haben oft an Flussufern Menschen per Hand waschen sehen, es gibt keine staatliche Post, aber das Essen ähnelt dem mexikanischen sehr.
Hier seht ihr den Atitlansee noch in seinem nebeligen Zustand. Morgens war es immer klar und später zog es zu und wurde wolkig-nebelig.
Inzwischen haben wir den Weg vom Atitlansee nach Guatemala-City zurückgelegt, von dort mit dem Flugzeug nach San José in Costa Rica und von dort nach Monteverde. Hier hat uns vermutlich ein Salat erstmal unsere Mägen verdorben, aber inzwischen geht es uns besser.
Nächstes Mal erzähle ich euch dann von Costa Rica.
Bis dahin grüßen euch,
Andy und Fanny
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