Freitag, 2. Februar 2018

Kuba


Hallo ihr Lieben,

wir sind seit einer guten Woche auf Kuba. Das Internet ist hier bescheiden und der Zugang kompliziert, daher die Funkstille.
Vor unserem Abflug machten wir Couchsurfing in Köln bei einer sehr netten Couchsurferin, guckten uns den Kölner Dom an und trafen Marie, eine alte Familienfreundin von Fanny. Der Flug verlief, etwas verspätet, ohne Probleme, allerdings stellte sich nach ewigem Warten am Flughafen in Havanna raus, dass das Gepäck von unserem Mitreisenden Hans-Jürgen nicht angekommen war. Zur Info: Wir sind in Kuba noch nicht zu zweit unterwegs, sondern mit Fannys Mutter und einer Freundin von ihr und einem weiteren Freund – also zwei U30er und drei Ü60er. Im Eifer des Gefechts ließ unsere Mitreisende Steffi ihren Koffer in der Wechselstube des Flughafens liegen um Hans-Jürgen beizustehen. Als sie den Verlust dann bemerkte, waren wir alle in heller Aufregung bis einer der Taxifahrer uns den rettenden Hinweis gab: Er hatte beobachtet, dass sie die Wechselstube ohne Koffer verlassen hatte. Dort zurück lag der Koffer noch immer an genau gleicher Stelle. Anderswo wäre er wohl schon längst als Bombe eingestuft worden und der ganze Flughafen geräumt worden.
Obwohl Hans-Jürgens Gepäck bis heute nicht aufgetaucht ist, erkundeten wir zunächst drei Tage lang Havanna mit Elier, einem Kubaner, der mit Steffis Bruder befreundet ist. Es gibt so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Die Autos sehen aus wie im Film „Grease“. Wie in vielen solchen Ländern war die Luft in Havanna sehr verschmutzt und es war sehr laut. Auch hatten wir zunächst Schwierigkeiten Läden und Märkte zu finden um uns etwas zu essen kaufen zu können. Man bekommt hier auch immer etwas zu essen in den Unterkünften, aber die Läden sind sehr bescheiden ausgestattet. Importierte Ware kostet hier oft so viel wie bei uns, etwa eine Tüte Zwiebelringe oder eine Packung Kekse und auch die Restaurants verlangen von Touristen oft sehr hohe Preise, gleichzeitig bekommt man meist eine bescheidene Portion oder wird gerade so satt. Das ist man als Europäer aus einem kapitalistischen Land nicht gewohnt, aber es gibt uns zu denken und man lernt die Bescheidenheit wertzuschätzen. Das ist sehr schön.
Andy ist leider seit einer knappen Woche leicht erkältet, aber das ändert sich hoffentlich bald. Nach drei Tagen in Havanna, flogen wir nach Santiago ganz in den Süden der Insel. Dort angekommen stellten wir fest, dass unser Gepäck durchwühlt worden war, aber offenbar war nichts abhanden gekommen. Ein Glück. In Santiago erkundeten wir ebenfalls die Stadt. Hier ist es sommerlich warm - in Havanna war es etwas kühler mit Schauern zwischendurch. Für Hans-Jürgen kauften wir ein paar neue Klamotten sowie Sandalen, damit er mehr als eine Hose, eine Unterhose und ein Hemd sowie Wanderschuhe besitzt.
Andy, dem seine verschiedenen Schuhe entweder Blasen bescherten oder zu unbequem für langes Laufen waren, lief zeitweise barfuß, was bei der Lokalbevölkerung Unverständnis auslöste, uns im entscheidenden Moment aber half. Wir suchten den Weg nach Hause und da wurde er an einer Straßenecke wieder angesprochen, dass er ja nun tatsächlich wieder seine Schlappen (chanclas) anhabe. Dadurch erinnerten wir uns, dass wir hier also vorbeigekommen waren und wussten wieder, wie wir nach Hause finden. Haha, vielen Dank dafür!
Am nächsten Tag holten wir einen Mietwagen ab, mit dem Steffi und Hans-Jürgen uns die nächsten sechs Tage fahren dürfen und es ging zuerst nach Bayamo. Dort blieben wir eine Nacht und aßen abends in einem sehr schön traditionell eingerichteten kubanischen Restaurant. Und am nächsten Tag ging es dann zum derzeitigen Aufenthaltsort, Santo Domingo in der Sierra Maestra. Dort wohnen wir in einer Unterkunft mit vielen Tieren (frei rumlaufende Pferde, Schweine, Hühner, Katzen, Hunde) direkt am Fluss Yara. Gestern machten wir eine geführte Wanderung durch die Berge der Sierra Maestra, wo die Rebellengruppe um Fidel Castro und Che Guevara damals gegen die Soldaten Batistas kämpften. Die Wanderung ging mitten durch den Regenwald mit aufregender Flora und Fauna und etlichen Schweinchen auf dem Weg und hatte als Ziel die Häuser des damaligen Geheimlagers der Rebellen. Anschließend wartete ein erquickendes Bad im Fluss auf uns.
Fotos folgen dann spätestens, wenn wir in Mexiko sind und besseres Internet haben.

Viele Grüße von Fanny und Andy

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