Freitag, 16. Februar 2018

Kuba - Teil 2

Wandern in der Sierra Maestra
Straßenszene in Havanna
ebenfalls in Havanna
Wandern im Nationalpark El Cubanito
Spaziergang durch's Dorf Santo Domingo, wo uns die freilaufenden Tiere begeisterten
Fanny, Steffi und Petra (Fannys Mutter) baden im Fluss Yara.
Am anderen Ufer unsere Unterkunft in Santo Domingo (Sierra Maestra), die nur über diesen Steg zu erreichen war.
El Che - dauerpräsent, genauso wie Fidel Castro
Playa Ancón
Wandern in Topes de Collantes - erinnerte uns an dieser Stelle an das Elbsansteingebirge
Schwimmen im Fluss wie hier - eine Belohnung für die anstrengende Wanderung
Tabak, der getrocknet wird
Unsere Kuba-Reisegruppe: Fanny, Petra, Steffi, Andy, Hans-Jürgen


Hallo ihr Lieben,

wir sind zurück in der Welt des Kapitalismus‘ und des Internets, sodass ihr nun wieder von uns hört und was zu sehen bekommt.
Drei Wochen auf Kuba sind vorbei und ich (Fanny) möchte euch berichten, was wir noch so gemacht haben und später auch ein bisschen reflektieren über Kuba.

Nachdem wir in Santo Domingo noch einen weiteren Tag in der Natur, am Fluss, entspannt hatten, machten wir uns mit dem Mietwagen auf den Weg nach Camagüey über Bartolomeo Maso, Yara, Manzanillo, Las Tunas, bis wir am späten Nachmittag am Zielort ankamen. Die Straßen waren recht löchrig, weshalb wir langsam voran kamen und die Bremse viel benutzt wurde. In Camagüey quartierten wir uns in einer Art Hostel ein und schlenderten durch die Stadt und hörten uns Musik an öffentlichen Plätzen an. Am nächsten Tag machten die drei Ü60er eine geführte Tour mit Fahrrad-Rickshaws während Andy und ich die Stadt zu Fuß erkundeten.
Danach ging es mit dem Mietwagen weiter nach Trinidad, was wieder einen ganzen Tag für den Transport in Anspruch nahm, allerdings stellten wir fest: Je näher wir Havanna kamen, desto besser wurden auch tendenziell die Straßenverhältnisse. Die erste Nacht verbrachten wir in Casilda, wo es uns aber nicht so gefiel, da es ein kleines Dorf ist und wir für abendliche Musik, zum Essengehen oder sonstige Aktivitäten immer auf ein Taxi angewiesen wären (den Mietwagen mussten wir am Tag darauf nämlich wieder abgeben). Also zogen wir kurzerhand nach Trinidad um, einer kleinen, recht touristischen Stadt. Wir wohnten am Stadtrand und hatten somit eine recht ruhige Umgebung, trotzdem konnten wir das Zentrum der Stadt fußläufig innerhalb von zehn Minuten erreichen – ein guter Kompromiss.
In Trinidad ging es Hans-Jürgen zunächst schlecht, vermutlich vom Essen des Vortags, sodass wir einen Tag nur entspannten. Danach machten wir abwechselnd zweimal einen Strandtag und einen Wandertag: Zweimal ging es zum wunderbaren Playa Ancón und zum Wandern einmal in den Parque Cubano, wo wir sieben Kilometer entlang eines Flusses, vorbei an Wespennestern zu einem Wasserfall wanderten. Die zweite Wanderung machten wir in Topes de Collantes, wo wir ebenfalls zu einem Wasserfall wanderten. Dort war der Wanderweg allerdings weniger eben, sondern auf dem Hinweg ging es nach unten und zurück entsprechend wieder hoch, durch Wald mit tollen Gewächsen und Felsen.
Nach fünf ganzen Tagen in und um Trinidad machten wir uns dann auf den Weg nach Viñales. Dafür bestellten wir ein Sammeltaxi. Der Taxifahrer teilte uns dann mit, er würde uns bis Havanna fahren und dort einem anderen Sammeltaxi übergeben. Die Fahrt bis Havanna war angenehm. Soweit so gut. In Havanna dann wurden wir an der Autobahn (ist etwas anders als deutsche Autobahnen versteht sich, übrigens auch mit viel weniger Verkehr) an einer Art Sammelstelle rausgelassen und einem anderen Taxi übergeben. Es zeigte sich zunächst, dass das zweite Taxi in schlechterem Zustand war als das erste, aber Schlimmeres ahnten wir noch nicht, als wir auf die weiteren Passagiere warteten. Die Fahrt allerdings war dann ein reines Abenteuer, was am Fahrer lag, der ohne jegliche Rücksicht fuhr. Auf der Autobahn hielt sich dies noch in Grenzen, aber auf der kurvigen Straße von der Autobahn nach Viñales fuhr er trotz regelmäßigem Gegenverkehr ständig links, überholte in Kurven und wich erst im allerletzten Moment aus. Autos, die aus der entgegengesetzten Richtung kamen, mussten tw stark bremsen um nicht in uns reinzufahren und machten natürlich Lichthupe. Auch unsere Mitreisende Steffi ermahnte den Fahrer zur Vernunft, aber das alles interessierte ihn nicht.
Tja, wir waren alle heilfroh als wir in unserer Unterkunft ankamen. Viñales ist ein Dorf, wo allerdings einiges los ist, da es sehr touristisch ist. Da unsere erste Unterkunft direkt an der Hauptstraße lag, zogen wir am nächsten Tag auf Wunsch der Ü60er um, da Gestank und Lärm der Autos sie kaum schlafen ließen. In der neuen Unterkunft angekommen wurde uns ein Führer organisiert, der mit uns eine vierstündige Wanderung durch das Viñales-Tal machte. Dort bekamen wir auch den Anbau, die Trocknung von Tabak und die Herstellung der Puros (Zigarren) gezeigt. Das Essen, was Hans-Jürgen und ich an dem Abend aßen, war wohl nicht gut, denn am nächsten Morgen ging es ausgerechnet uns beiden (wir hatten das gleiche Gericht gegessen) schlecht. In meinem Falle kam das Essen drei Mal oben wieder raus, Hans-Jürgen war einfach nur beständig übel. Zum Glück hatten wir unsere Leibärztin Steffi, die uns pflegte und behandelte. Somit ging es uns zum Ende der Reise dann wieder besser.
Andy, Steffi und meine Mutter machten deshalb eine zweite Wanderung nur zu dritt, wo sie, wie mir berichtet wurde, eine Tropfsteinhöhle zu sehen bekamen sowie den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee. Am Mittwoch ging es dann wieder nach Havanna, für uns Kranke war der Transport eine kleine Herausforderung. Diesmal hatten wir einen anständigen Fahrer, aber ein sehr altes, schaukelndes Auto. Gestern schlossen wir die Kuba-Reise dann mit einer Rundfahrt mit Havannas Touri-Bus ab. Auf dem Fußweg zurück zur Unterkunft wurde Andy von einem Schulmädchen (in Schuluniform) auf Englisch angesprochen: „Sorry, can I ask you a question? Do you believe in true love?“ „Yes, I do“, antwortete Andy und fragte warum sie frage, woraufhin sie sagte, am Vortag sei Valentinstag gewesen und alle seien glücklich und sie sei frustriert und nun frage sie einfach verschiedene Leute, was diese so denken.

Nun sind wir also heile in Mexiko angekommen und ich lasse die drei Wochen auf Kuba gedanklich Revue passieren. Ich muss sagen, ich wir haben uns in Kuba recht sicher gefühlt. Auch wenn in der Tourismusbranche manchmal versucht wird, den Touristen für alles und jedes Geld abzunehmen, sind die Leute sehr freundlich. Sie versuchen zu helfen, v.a. wenn wir auf der Straße etwas gefragt haben. Es gibt viele arme Menschen, aber die Unterschiede zwischen arm und reich sind nicht so groß wie z.B. in Ländern wie Mexiko. Ich habe das Gefühl, dass die Leute dadurch auch nicht solchen Neid entwickeln. Die Kubaner, mit denen wir gesprochen haben, waren durchaus positiv gestimmt, manche stolz Kubaner zu sein und ein sozialistisches System zu haben, zugleich geben sie zu, dass einiges verbesserungswürdig ist. Andererseits bildet sich eine Zwei-Klassen-Gesellschaft heraus, was damit zusammenhängt, dass es auf Kuba zwei Währungen gibt. Die Pesos Convertibles ersetzen seit Anfang der 2000er den Dollar und sind stark an diesen gebunden und die Pesos nacionales sind dagegen nicht wert auf dem Weltmarkt und in Kuba werden sie v.a. für Lebensmittel auf dem Markt benutzt. Mit den Convertibles (CUC) kann man wertvollere Dinge ergattern und sie sind auch das Zahlungsmittel der Touristen. Menschen die auf Kuba im Tourismus arbeiten erhalten also CUC im Gegensatz zu den Angestellten des Staates, die mit nationalen Pesos bezahlt werden. Wer im Tourismus arbeitet verdient also ein Vielfaches und kann sich wesentlich mehr leisten als Menschen, die nicht im Tourismus arbeiten. Das System der zwei Währungen mussten wir immer wieder als problematisch beurteilen und sind gespannt, ob es vielleicht irgendwann eine Veränderung hin zu einer einzigen Währung gibt.

So, das war‘s für heute. Ab jetzt reisen wir übrigens zu zweit.
Viele Grüße aus Mexiko-Stadt von Andy und Fanny

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen